Trudel Marquardt ist selbst von einer Zöliakie betroffen und hat einen langen Diagnoseweg hinter sich. Wie es dazu kam und wie es ihr damit ergeht, erzählt Trudel im folgenden Interview.
 

Name: Trudel
Alter: 69 Jahre
Hobbies/Interessen: 
kochen, backen und mein Blog

Blog: 
www.glutenfrei-kochen.de
www.glutenfrei-backen.de


Trudel erzählt ihren Weg zur Diagnose

1. Wie sahen die Symptome aus, die Sie aufgrund der Zöliakie hatten?

Ich hatte immer wiederkehrende Schübe mit Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und und verlor auch an Gewicht.

2. Wie haben Sie auf diese Beschwerden reagiert?

Ich war immer wieder bei verschiedenen Ärzten, die nicht wussten, was mit mir los war und mir nicht helfen konnten, die Beschwerden loszuwerden… Ich bin x-mal auf Salmonellen, Hefepilze und Bakterine untersucht worden, jedoch leider ohne Ergebnis.

3. Wie lange hat es bis zur Diagnose gedauert? 

Ich habe die Diagnose mit 50 gekriegt. Heute weiß ich aber, dass ich schon als Kind eine Zöliakie hatte.

4. Gab es Fehldiagnosen und wenn ja, welche?

Ja, es gab viele Fehldiagnosen, mit 18 wurde mir auf Verdacht der Blindarm heraus genommen, dass der Bauch endlich Ruhe gibt. Mit 20 wurde die Schilddrüse gründlich untersucht, denn Durchfälle und eine Überfunktion hängen oft zusammen. Ich hatte Knochen- und Zahnprobleme, mein Eisenwert war immer viel zu niedrig. Das haben halt Frauen, war dann die Antwort der Ärzte. Der Tipp einer Ärztin war dann, dass ich mein Leben ruhiger gestalten und Stress vermeiden soll. Inzwischen wurde Hashimoto (dies ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt und ähnliche Symptome wie die meinen aufweist) diagnostiziert.

5. Wie wurde schließlich festgestellt, dass es sich bei Ihnen um eine Zöliakie handelt? 

1995 sollte ich, nachdem ich in drei Monaten 17 kg abgenommen hatte, in eine psychosomatische Kur, damit mein Darm in Ordnung kommt. Da habe ich gestreikt und bin in eine Kur für meine Knochen nach Bad Füssing gegangen. Dort war eine Ernährungsberaterin, die mich auf die Spur einer Lebensmittelunverträglichkeit gebracht hat. Nachdem ich mit diesem Verdacht zu meiner Ärztin kam, hat sie mich in die Klinik eingewiesen. Dort hat man leider, trotz Verdacht, 15 Tage gebraucht, bis die Diagnose Sprue/Zöliakie Marsh 3 c feststand.

6. Um welche Form von Zöliakie handelt es sich bei Ihnen genau?

Ich habe eine durch Biopsie und Antikörper diagnostizierte Zöliakie.  

 

 

7. Haben Sie davon schon vorher einmal gehört?

Ich kannte einen Jungen, der das hatte, wusste jedoch nicht genau was das bedeutete.

8. Hatten Sie bei der Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung Hilfe von Experten? Oder wie haben Sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt?

Ich habe sehr schnell gemerkt, dass ich mir das Wissen selbst aneignen muss und habe mir Informationsmaterialien beschafft und bin Mitglied in der DZG (Deutsche Zöliakie Gesellschaft) geworden.

9. Mit was hatten Sie bei der Umstellung die größten Probleme und wie konnten Sie diese lösen?

Das Spontane hat mir sehr gefehlt, z.B. schnell mal beim Bäcker eine Brezel holen oder essen gehen ohne zu wissen, ob es etwas Glutenfreies gibt. Wichtig war hier für mich auch, wie meine Familie und Freunde damit umgehen. Sie haben mir sehr geholfen und unterstützen mich sehr bei meiner glutenfreien Ernährung. Was auf jeden Fall nie schaden kann: ich habe immer etwas Glutenfreies dabei, falls ich unterwegs nichts kriege.

10. Wie ging es Ihnen dann nach der Ernährungsumstellung?

Mit der konsequent glutenfreien Ernährung ging es mir ziemlich schnell besser. Inzwischen kann ich anderen Betroffenen mit meiner über 18 jährigen Erfahrung helfen. Ich bin Kontaktperson für die DZG, betreibe eine Website und einen Blog und habe 3 Koch- und Backbücher geschrieben.  

Eine Zöliakie, wie bei Trudel folgt meist auf den Verzehr von Gluten, einem Eiweiß, das unter anderem in Weizen, Gerste und Roggen enthalten ist. Wichtig ist hier den behandelnden Arzt auf eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten anzusprechen und sich hierauf untersuchen zu lassen. Erst dann sollte ggf. mit einer glutenfreien Diät begonnenen werden.

Sollten Sie Interesse haben direkt in Kontakt mit Betroffenen zu kommen bzw. noch Fragen haben, dann schreiben Sie einfach eine Mail an: presse@drschaer.com