Bloggerin Katie gibt Tipps und berichtet von ihrem Leben mit einer Gluten-Unverträglichkeit

1. Welche Form der Gluten-Unverträglichkeit liegt bei Ihnen vor?

Zöliakie

2. Was ist gut zu wissen für die erste Woche nach der Diagnose?

Das zwar besonders die ersten Tage überwältigend sein können, man aber nicht vergessen darf, dass von heute auf morgen seine Ernährung komplett umzustellen keine leichte Aufgabe ist. Die gute Nachricht: Mit jedem neu entdeckten Produkt, das schmeckt, und Rezepten, die gelingen, wird es einfacher.

3. Wo haben Sie die nötigen Tipps und Infos her bekommen?

Als ich diagnostiziert wurde, gab es keine deutschsprachigen Blogs mit Informationen, so habe ich viele Tipps und Tricks auf englischen Seiten nachgelesen. Informationen zu erhältlichen Produkten gab es dort keine und auch viele Rezepte haben mich sofort abgeschreckt, weil sie unglaublich viele Zutaten und diverse Mehl- oder mir bisher unbekannte Körnersorten enthielten. Die glutenfreie Ernährung an sich ist zu Beginn kompliziert genug und ich war auf der verzweifelten Suche nach einfachen Rezepten. Mit dem Gedanken, dass es anderen Zöli's auch so gehen könnte, entstand kurze Zeit später mein eigener Blog über die glutenfreie Ernährung.

4. Wo kaufen Sie glutenfreie Produkte ein? Wobei hatten Sie hier am Anfang Probleme?

Das Problem mit dem glutenfreien Einkauf ist zum einen, dass es am Anfang etwas nervenaufreibend sein kann im Supermarkt dem Etikett abzulesen, ob es Gluten enthält oder nicht. Hier hilft eine Mitgliedschaft bei der DZG, als Mitglied bekommt man einen Katalog mit allen erhältlichen glutenfreien Produkten. Auf der anderen Seite ist es eher selten, dass man alle Produkte an einem Standort bekommt. Das Brot gibt es bei DM, die Kekse gibt es nur im Online-Shop und das Paniermehl im Reformhaus. Aus diesem Grund versuche ich mittlerweile so viel wie möglich auf Vorrat zu kaufen.

5. Welche glutenfreien Produkte können Sie mittlerweile besonders empfehlen?

Die Auswahl an glutenfreiem Brot war vor ein paar Jahren noch nicht so groß und bei weitem nicht so gut wie heute. Als ich nach gut einem halben Jahr glutenfreier Ernährung und zahlreichen Reiscrackern das erste Mal eine Scheibe Landbrot gegessen habe, war ich überglücklich. Mittlerweile sind die Brote von Schär mein Favorit, da es meiner Meinung nach „normalem“ Brot am nächsten kommt.

6. Welche glutenfreien Gerichte kochen Sie am liebsten?

Am liebsten backe ich glutenfrei, egal ob Kuchen oder Kekse, alles muss probiert werden und wenn das Experiment dann auch noch auf Anhieb gelingt (wie z.B. Bagels oder Wolkekuchen), macht es gleich umso mehr Spaß!

7. Gehen Sie gerne auswärts essen? Auf was muss man besonders beim Essen bei Freunden oder im Restaurant achten?

Ich gehe (mittlerweile wieder) sehr gerne auswärts essen. Bis das ohne Sorge möglich war, hat es eine ganze Weile gedauert. Am Anfang helfen FoodCards ungemein, da hier alle verbotenen Zutaten und auch die Zubereitungsweise für den Koch verständlich aufgelistet sind. Wenn ich in ein nicht dediziertes glutenfreies Restaurant gehe, ist es umso wichtiger, dass das Personal über die Intoleranz informiert wird. So kann, neben der Zugabe von glutenhaltigen Lebensmitteln, auch die Gefahr von Kreuzkontamination ausgeschlossen werden.

In meinem Freundeskreis ist das Wort glutenfrei kein Fremdwort. Ich freue mich jedes Mal ungemein, wenn jemand die Mühe auf sich nimmt und extra für mich glutenfrei kocht. Wenn dann auch noch neben normalem Brot ein Schälchen glutenfreies Brot auf dem Tisch steht, geht mir das Herz auf!

Auch Bloggerin Katie hat eine Gluten-Unverträglichkeit. In ihrem Blog berichtet sie regelmäßig hierüber. Im folgenden Interview erzählt sie, wie es ihr nach der Diagnose erging und wie sie damit umgeht.

Name: Katie
Alter: 28
Hobbies/Interessen: 
Fotografieren, Reisen & Backen

Blog: www.gluten-frei.net

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8. Wie reagieren Bekannte auf glutenfreie Gerichte, die sie bei Ihnen probieren?

Die meisten sind am Anfang eher vorsichtig mit dem Probieren, weil sie nicht wissen, was sie erwartet. Hier hilft, wenn man mit Rezepten anfängt, wo man den Unterscheid zur glutenhaltigen Variante vielleicht gar nicht unbedingt merkt. Seit fast vier Jahren bringe ich an Weihnachten die Plätzchen mit, weil es keinen stört (und keinem auffallen würde), dass sie glutenfrei sind. Meine Oma fragt mich jedes Jahr: „Sind die wirklich alle glutenfrei?“ Was aber auch lustig sein kann, wenn man nicht verrät, dass etwas glutenfrei ist und dann der große Überraschungseffekt eintritt.

9. Welche Vorkehrungen treffen Sie, damit Sie auch den Urlaub glutenfrei genießen können?

Vorrat. Vorrat. Und viel Recherche. Besonders wichtig ist für mich zu wissen, wo es glutenfreie Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants gibt. Hier informiere ich mich gerne vorab, damit ich vor Ort nicht viel Zeit verliere und den Urlaub umso mehr genießen kann.

10. Würden Sie Ihre Unverträglichkeit als Laster bezeichnen?

Die ersten glutenfreien Monate hätte ich diese Frage definitiv mit Ja beantwortet. Heute würde ich es mit Jein beantworten. Ja, es kann in bestimmten Situationen lästig sein. Wenn es nachmittags in der Kantine nur Schnitzel, Lasagne und panierten Fisch zur Auswahl gibt. Wenn alle Kuchen essen, nur ich nicht. Man lernt mit der Zeit sich auf diese Situationen besser vorzubereiten, in beiden Fällen bspw. immer einen Notfallsnack in der Tasche zu haben. Und Nein, weil ich nun beschwerdefrei leben kann.